das bemerkenswerte Buch
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Gustav Meyrink

 

An der Grenze des Jenseits  - Die Verwandlung des Blutes

 

Zwei Essays zu den Themen Okkultismus und Yoga                                          

17 x 22 cm, Ppb., 13.80 Euro

ISBN 3-938878-04-0

 

 

 

 

 

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Über das Buch

 

Gustav Meyrink, Autor zahlreicher grotesker und unheimlicher Geschichten, hat auch ein theoretisches Werk zum Okkultismus hinterlassen, das von tiefer Objektivität und großer Klarsicht zeugt.

Aus dem Inhalt: Okkultismus und unsere Zeit − Spiritismus und Wissenschaft − Gelehrte und Laien als Zweifler − Vierte Dimension und subjektive Wirklichkeit − Sogenannte Entlarvungen − Spuk und Gespenster − Der Fakir Gowinda − Schamanen  − Okkulte Stümpereien − Astrologie und Wahrsagerei − Erwecken okkulter Fähigkeiten − Yoga und Tantrikgeheimnisse − An der Grenze des Jenseits − Verwandlung des Körpers und Zukunft.

 

In Meyrinks Nachlass fand sich zu diesen Themen ein umfassender Bericht über des Autors eigene praktische Erfahrungen mit Okkultismus, Meditation und Yoga mit dem Titel "Die Verwandlung des Blutes" (mit einem Kapitel: "Unsterblichkeit").

 

Beide Texte, die einander in fruchtbringender Weise ergänzen, sind, obwohl zwischen den beiden Weltkriegen des letzten Jahrhunderts geschrieben, noch immer von beeindruckender Aktualität.

 

 

 

Über den Autor

 

Gustav Meyrink (eigentlich Gustav Meyer) wurde geboren am 19.1.1868 in Wien und ist gestorben am 4.12.1932 in Starnberg bei München.

 

Als nicht-ehelicher Sohn des württembergischen Ministers Carl Freiherr von Vornbüler und der bayerischen Hofschauspielerin Marie Meyer, studierte er an der Handelsakademie in Prag und betätigte sich dort von 1889-1902 als Bankier. 1903 wurde er Chefredakteur der humoristischen Wiener Zweitschrift „Lieber Augustin“ und Mitarbeiter des „Simplizissimus“. Seither widmete er sich ausschließlich der Schriftstellerei. 1917 erhielt er vom Bayerischen  König die Erlaubnis, den auf seine Vorfahren zurückgehenden Namen Meyrink zu führen. Er löste sich 1927 vom protestantischen Glauben und wurde zum Anhänger des Mahajana-Buddhismus. Während des Dritten Reiches waren Meyrinks Schriften verboten.

 

Meyrink machte sich zunächst einen Namen mit den ersten 3 Bänden seiner „Sonderbaren Geschichten“, die 1913 in zwei Teilen unter dem Sammeltitel „Des deutschen Spießers Wunderhorn“ erschienen. Sie verbinden unheimliche Atmosphäre, Unwahrscheinliches und Skurriles mit satirischer Kritik am philiströsen Bürger- und Bürokratengeist der Jahrhundertwende. Vorbilder für ihn waren E.T.A. Hoffmann und E. A. Poe. − In der Umwelt des ihm vertrauten alten Prag spielt Meyrinks Roman „Der Golem“, der, auf ein jüdisches Sagenmotiv vom legendären Wunderrabbi zurückgehend, im Judenviertel der Prager Altstadt die Erlebnisse des Ich-Erzählers als Phantasie aus Traumwelt und Wirklichkeit in Szene setzt.

 

Erzählendes Werk: Der heiße Soldat, 1903; Orchideen, 1904; Das Wachsfigurenkabinett, 1908;  Des deutschen Spießers Wunderhorn, 3 Bde., 1913; Der Golem, 1915; Das grüne Gesicht, Fledermäuse, 1916; Walpurgisnacht, 1917; Der weiße Dominikaner, 1921; Goldmachergeschichten, 1925; Der Engel vom westlichen Fenster, 1927.

Sonstiges: An der Grenze des Jenseits, 1923 (Okkultwissenschaftliches). Gesammelte Werke, 6 Bde., 1917.

Leseprobe

 

Der heiße Wunsch des Menschen, die Zukunft zu erfahren, mit dem heimlichen Nebengedanken, drohenden Gefahren auszuweichen, also gewissermaßen die Lebensschule zu schwänzen, hat dazu geführt, daß eine ganze Reihe sogenannter okkulter „Wissenschaften“ entstand, die, so unverläßlich und dunkel („dunkel“ im üblen Sinne des Wortes) wie nur möglich, die Bezeichnung „Wassertriebe“ am Baum okkulter Erkenntnis verdienen.

Leider wendet sich die breite Masse, die ohnehin von den wertvollen Dingen im Okkultismus so gut wie nichts weiß, gerade diesen Gebieten zu. Unkritisch und geradezu besessen von der gefährlichen Eigenschaft, sich selbst zu belügen, sieht das Publikum in jeder Kartenschlägerin eine Hellsehende, bloß weil unter hundert Fällen von Prophezeiungen zufällig einer stimmt; die Gegenprobe wird natürlich nie gemacht. Astrologie, Handlesekunst, Traumdeutung und wie diese Stümpereien alle heißen, sind heute beliebter als je, und warnt man davor, so heißt es immer: »Ach, die Sache ist doch gar nicht gefährlich; schlimmstenfalls stimmt sie nicht.«

Ganz im Gegenteil: sie ist sogar außerordentlich gefährlich, kann unter Umständen das ganze Leben vergiften.

Ich will das zu begründen versuchen. Eine Eigenschaft, die beim Menschen mehr und mehr verschwindet, je schneller die sogenannte Zivilisation fortschreitet, ist der Instinkt.

 

Das deutsche Volk, von dem wir ruhig sagen können, es ist heute das zivilisierteste der Erde, besitzt fast gar keinen Instinkt mehr. Die Beweise dafür hat es vor, während und nach dem Kriege ununterbrochen beigebracht, und ich zweifle nicht, daß es noch weiterhin derartige Beweise in erdrückender Menge liefern wird. Es ist skeptisch geworden, aber skeptisch nach der falschen Richtung hin; es ist skeptisch geworden dem inneren Ahnungsvermögen gegenüber; es hat einen kurzsichtigen Kommisverstand zum Despoten über „das Feinfühlen durch die Seele“ gesetzt. Und so ist jenes feine Wittern der Gefahr, wie es jeder Fuchs, jede Katze, jeder Vogel oder Fisch besitzt, sogar beim einzelnen Deutschen verlorengegangen. Mag heute ein Kerl kommen, der „gezeichnet“ ist von Gott, vom Teufel und von der Natur und dem der Halunke auf einen Kilometer weit anzusehen ist, der Deutsche wird ihm auf den plumpsten Schwindel hereinfallen.

 

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