das bemerkenswerte Buch
das bemerkenswerte Buch

 

Evangelia und Sofia Nikoloudakis

 

Fuffi, der Drache

 

Auf kleinen Pfoten durch die Drachenwelt

Das erste Buch der Drachenabenteuer

 

17 x 22 cm, Ppb., 180 Seiten, 15.80 Euro

ISBN 3-938878-01-0

 

 

 

 

 

 

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Wie es zu dem Buch gekommen ist

 

Sofia und Evangelia Nikoloudakis sind 1994 in Chania auf Kreta geboren und haben ihre ersten Lebensjahre auch dort verbracht. Eingeschult wurden sie in Berlin. Sie haben sich als Kleinkinder sehr viel vorlesen lassen und als Schulkinder sofort angefangen, selbst Bücher zu lesen und kleine Texte zu schreiben. Mit neun Jahren begannen sie, eine lange Geschichte zu schreiben, die nach mehreren Monaten fertig war. Hier ist sie abgedruckt. Die 97 Zeichnungen, die den Text illustrieren, entstanden jeweils spontan während des Schreibens.

 

 

Inhaltsbeschreibung

 

Fuffi, der kleine Drachenjunge, lebt mit seiner Schwester Flaffi und seiner Freundin Mahla auf dem Planeten Drakopyrgos KK 12 (= Kilometerkracher 12). Dort gibt es Meere, Wüsten, tropische Wälder und Gebirge mit vielen Höhlen, und es leben da lauter seltsame Wesen. Fuffi kann nicht so gut fliegen, weil er bei seinen Flugübungen von einer Riesenbiene entführt wurde. Darum kommt er auch nur auf Umwegen zur Großen Höhle, in die seine Herde fliehen muss. Er begegnet unterwegs all den seltsamen Wesen und hat wegen ihnen Abenteuer über Abenteuer zu bestehen. Aber er hat am Ende immer Glück.
 

 

Leseprobe

 

Da sieht Mahla plötzlich vor sich ein Geschöpf, das halb Hahn und halb Schlange ist. Es ist ein Basilvist. Der Basilvist ist etwa zehn Meter hoch und mit Schwanz etwa fünfzehn Meter lang. Er hat am Oberkörper Federn, zwei Hühnerbeine und einen dreiteiligen Schwanz mit Schlangenköpfen an den Enden. Sein Hals ist lang und ebenfalls mit Federn bedeckt. Er frisst Pflanzen, verträgt jedoch auch Fleisch. Basilvisten leben normalerweise in Oasen in Wüsten, unternehmen jedoch auch manchmal längere Wanderungen. Sie legen, wenn sie sich jedes zweite Jahr gepaart haben, sechs bis acht längliche bananenförmige, an der Oberfläche mit Pickeln stark strukturierte Eier. Ein Basilvistenkind braucht anderthalb Jahre, bis es ausgewachsen und paarungsreif ist. Dann verlässt es die Familie und gründet selbst eine. In seltenen Fällen ziehen auch Geschwister miteinander durch die Wüste. Da Basilvisten flugunfähig sind, verlassen sie nie ihr heimatliches Wüstengebiet. Von den sechs bis acht Kindern aus einem Gelege überleben meistens nur zwei bis vier. Schlüpfen die jungen Basilvisten, haben sie anstelle der großen roten Federn, die, vorausgesetzt, dass sie überleben, später ihren Körper bedecken werden, einen zarten, dunkelorangefarbenen Kükenflaum.

 

Mahla fliegt erschrocken nach oben, als sie den Basilvisten erblickt. Von solchen Wesen hatte sie bisher nur gehört, doch noch nie eines gesehen. Da sie weiß, dass man versteinert, wenn man Basilvisten − oder waren es Basilisken?, sie weiß es nicht genau − in die Augen guckt, dreht sie schnell den Kopf zur Seite und erblickt auf dem Boden lauter Tierskelette. Sie wundert sich darüber, da Basilvisten normalerweise friedlich sind und nur Fleisch zu sich nehmen, wenn es wirklich nichts anderes gibt. Nachdem sie vor dem Basilvisten gelandet ist, fängt sie mit ihm ein Gespräch an, wobei sie zur Sicherheit die Augen schließt. Sie fragt: »Wie heißen Sie denn? Und wieso haben Sie so viel fleischliche Nahrung zu sich genommen? Ich dachte früher immer, Basilvisten, wie Sie einer sind, essen nur pflanzliche Kost. Aber natürlich will ich Sie nicht beleidigen oder Ihre Nahrungsaufnahme kritisieren. Seien Sie sicher, dass ich immer höflich zu Ihnen sein werde, mein Herr. Oder sind Sie eine Dame?«  − »Ich bin ein Mann. Oder sieht man das nicht? Na, so was! − Frauen haben doch blaue Federn!« − »Oh, entschuldigen Sie bitte«, sagt Mahla, die immer noch ihre Augen zu hat. »Aber ich wollte Sie wirklich nicht verärgern. − Könnten Sie mir bitte noch auf meine andere Frage antworten, wenn’s beliebt, mein Herr?« − »Mpf, pfui. Ich hasse Weiber, die so höflich sind.« Und Mahla nachäffend, sagt der Basilvist: »Oder sind Sie ein Herr, wenn’s beliebt, meine Dame?« − »Entschuldigung, aber Sie werden mir jetzt zu unhöflich«, sagt Mahla, immer noch mit geschlossenen Augen. »Außerdem, mir scheint es so, als ob Sie mich nachmachen. Ein Gentleman, und ich hoffe, Sie sind einer, würde so etwas nicht tun.« − »Chrrrrrrrk, ich  w a r  ein Gentleman. Aber das ist schon laaaange her. Ach, mir fällt ein, das höfliche Weib wollte meinen Namen wissen. Gut, soll sie doch. Mpf − ich heiße Breck. Mpf, mpf, mpf. Ist das nicht − mpf − ein toller Name? Mpf!« − »Ja, allerdings ... Das ist er. − Könnte ich nun noch erfahren, warum Sie fleischliche Kost zu sich genommen haben?« − »Chrrrrrrrk, aus Wut über mich. Mpf.«  − »Was hat Sie denn gekränkt, Herr Breck?« − »Mpf, mpf, warum guckt das höfliche Fräulein mich denn nicht an? Wer mit mir redet, soll mich auch angucken. Mpf. − Hatschiiii!« − »Mein Herr, ich bitte vielmals um Vergebung, aber Sie sollen wissen, die Sonne blendet mich zu sehr«, lügt Mahla, die ihre Augen weiter zu lässt, um nicht zu versteinern. Der Basilvist erwidert: »Ts, ts, ts. − Ach, die Leute von heute. Ich kenne doch dein Geheimnis, du höfliche Dame. Du fürchtest dich vor mir, stimmt’s? Ach, du hast doch gar keine Aaaahnung, wie wir Basilvisten sind. Ich glaube, du verwechselst mich mit einem Basilisken. Du denkst, Basilvisten lassen Leute versteinern. Aaaach, bist du dumm! Basilvisten haben gar keinen Versteinerungsblick. Also, guck mich an. Wird’s bald? Basilisken versteinern. Basilvisten versteinern nicht. Merk dir das!« Mahla ist sich nicht sicher, ob der Basilvist lügt. Vielleicht verwechselt sie ihn ja wirklich. Viel Zeit bleibt ihr aber nicht, um zu überlegen, denn der Basilvist wird nun langsam zornig und deutet mit seinem Schnabel an, wie er sie zerhacken würde, wenn sie nicht sofort die Augen aufmacht. Mahla sieht das jedoch nicht. Aber dafür hört sie, wie er ein bösartiges Gebrummel von sich gibt und ihr immer näher kommt. Da denkt sie sich, dass sie der Basilvist zerhacken würde, wenn sie die Augen zuließe, und wenn sie die Augen öffnete, würde sie vielleicht versteinern. Sie denkt darüber nach, dass sie garantiert zerhackt werden würde, wenn sie die Augen weiter zuließe. Jedoch, wenn sie sie aufmachte, könnte es sein, dass der Basilvist die Wahrheit gesagt hätte und sie nicht versteinerte. Also öffnet sie die Augen. Sie versteinert nicht. »Mpf, gut, gut. Kikeriki. Zzzz, zzzz. Ich bin wütend auf mich, weil ich nicht nach Wasser gegraben habe. Für meine Frau nämlich. Die mag ja Blumengärten so gerne. Und ohne Wasser wachsen keine Blumen. Darum ist sie mit meinen Kindern davongelaufen. Und wahrscheinlich hat sie jetzt woanders einen schönen Blumengarten. Mpf, und an irgendwas muss ich ja meine Wut auslassen. Normalerweise fresse ich keine Tiere. Aber Pflanzen fresse ich auch nicht mehr, denn es waren Pflanzen, die sie von mir weggetrieben haben. Buhuhuhu. Und sie hat sogar meine kleinen süßen Kinderchen mitgenommen, obwohl sie einen Vati brauchen, der sie beschützt. − Chrrrk. − Und jetzt werden sie auch so erzogen, dass sie nur noch Blumen haben wollen. − Buhuhuhu, ich armer, alter Mann.«

 

 

 

 

 

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