das bemerkenswerte Buch
das bemerkenswerte Buch

 

 

 

Meine Rechtfertigung als Thierschützerin in Kreta.

 

Den "Elenden" der Insel Kreta in wärmstem Beileid gewidmet von Elpis Melena.

Neuausgabe des 1894 in Riga erschienenen Buches.

 

17 x 22 cm, Ppb.

ISBN 978-3-938878-11-8

 

In Vorbereitung.

 

 

Bestellen Sie bitte über das Kontaktformular.

Über das Buch

 

Im November 1884 lebt die Schriftstellerein Elpis Melena, zu Hause in den aristokratischen Kreisen Europas, schon sechzehn Jahre auf Kreta, als sie den griechischen Generalkonsul darum bittet, sie bei der Obrigkeit zu unterstützen, da sie auf Kreta einen Tierschutzverein zu gründen beabsichtige. Sie hält es nicht mehr aus, tatenlos zuzuschauen, wie die einfachen Landbewohner ihre Lasttiere, auf deren Arbeitsleistung sie doch angewiesen sind, überfordern, mißachten und quälen. Sie schafft es in Khalepa, einem Vorort von Chania, gemeinsam mit ihren russischen, griechischen, türkischen, englischen und französischen Freunden, die zumeist den Diplomatenkreisen angehören, auf ihrem Grundstück ein Tierasyl einzurichten, in dem die aufgelesenen „Elenden“ ärztlich versorgt und gesund gepflegt werden oder einen schnellen Gnadentod finden. Die gesundgepflegten Tiere werden stets ihren Besitzern zurückgegeben.

 

In ihrem Bericht erzählt sie anschaulich von ihren zuerst erfolgversprechenden Bemühungen und belegt ihre Schilderungen mit zahlreichen Briefen und Dokumenten. Sie unterstützt jahrelang mit Energie, Tatkraft und Geld den von ihr initiierten Tierschutzverein, macht sogar ein Testament zu seinen Gunsten, muß dann aber aufgeben, weil sie sich der zunehmenden Intrigen nicht mehr erwehren kann. 1892 verläßt sie traurig und enttäuscht die „Insel der Glücklichen“, Kreta.

 

Das Buch, ein interessantes Dokument aus dem Kreta in den letzten Jahren der ottomanischen Besatzungszeit, ist spannend geschrieben und zudem ein Zeugnis für die überaus höflichen Umgangsformen der Gebildeten im hinterwäldlerischen Kreta.

 

Melena hat Kretas ersten Tierschutzverein ins Leben gerufen.

 

 

 

Leseprobe

 

Die Charaktere meiner Eltern waren sehr verschiedenartig; während mein Vater hauptsächlich das Aufblühen seiner Unternehmungen im Auge hatte, lebte meine Mutter, ohne ihren häuslichen Pflichten Abbruch zu thun, mehr in idealer Richtung für Kunst, die schöne Natur und in dem Andenken ihrer poetischen Heimath. Diese entgegengesetzten Naturen ergänzten sich in ungetrübter Eintracht auf dem Felde der edelsten Humanität und dem selbstlosen Trachten, nur zum Wohle ihrer Mitmenschen zu leben. Schon im Jahre 1826 hatten meine Eltern den herben Schmerz, ihren ältesten, vielversprechenden Sohn zu verlieren. Die ganze Familie bestand nunmehr noch aus meinem Bruder, einer älteren Schwester und mir. Als jüngstes Kind und von zartem Körper mußte ich viel das Zimmer hüten, während meine Geschwister sich im Freien tummelten, und so kam es oft, daß ich bei meinen Eltern sitzend ihre Berathung wegen des einen oder anderen Bittstellers mit anhören konnte. Wer weiß, ob diese öfters vor mir sich wiederholenden Acte humaner Fürsorge meiner Eltern nicht von Einfluß auf mich gewesen sind. Als wir noch Kinder waren, erlaubte mein Vater uns ein gewisses Taschengeld, verlangte aber Rechenschaft von unseren Ausgaben, und so oft ein Bittsteller mein Mitleid besonders erweckte, überlegte ich mir, ob ich ihm nicht helfen könne. Ich huschte dann leise aus der Stube und lauerte draußen auf ihn, um von Allen ungesehen ihm meine Spende in die Hand zu drücken, denn mich erfüllte eine hohe Befriedigung, daß keiner etwas davon ahnen sollte. Als wir bald darauf um den Mittagstisch versammelt waren, ergriff mich erst recht eine innere Freude: denn wenn nach der Suppe ein schöner Kabliau – meines Vaters Lieblingsfisch – erschien, konnte ich mir sagen, der arme Baxter kann sich jetzt ebenfalls einen solchen Genuß verschaffen. Aber damit war’s aus mit meinem ganzen Besitzthum, das nicht 3 Schilling überstieg.

 

Wenn meine Eltern für alles menschliche Elend Rath, Trost und Hilfe bereit hatten, so ist es wohl überflüssig zu erwähnen, wie tief jedes Thierleiden ihre Herzen berührte.

 

Blücher und Victoria, ein Neufoundländerpaar, schön wie selten eins gesehen, waren nicht nur die Zierde des Hofes in Hollybushfarm, der ländlichen Besitzung meiner Eltern, sondern auch, sobald meine Beinchen mich zu ihrer großen Hütte tragen konnten und ich mich durch einen strengen Blick oder ein hartes Wort beleidigt fühlte, meine Zufluchtsstätte. Dort, von den edlen Thieren auf’s liebevollste geliebkost, hielt ich mich oft stundenlang versteckt.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Pandora Verlag Marianne Schneider